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Zweigniederlassung in Großbritannien

Die Eröffnung einer Zweigniederlassung ist eine Art, auf die eine Firma ein Geschäft in Großbritannien aufnehmen kann. Die Eröffnung einer Zweigniederlassung hat viele Nachteile - vor allem, dass das ausländische Mutterunternehmen vollständig für die Ausführungen der Zweigniederlassung haftet, und dass eventuell langwierige und komplizierte Verhandlungen mit den Finanzbehörden in Bezug auf die Steuerpflicht der Zweigniederlassung erforderlich sind.

Zweigniederlassung einer ausländischen Firma in Großbritannien eröffnen

Die Nachteile einer Zweigniederlassung sind:

  • Die Muttergesellschaft haftet vollständig für die Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung
  • Die Stellvertreter der Zweigniederlassung können gesamtschuldnerisch für Steuerschulden haftbar gemacht werden
  • Die Finanzaufstellungen der Muttergesellschaft müssen bei der Registrierstelle eingereicht werden
  • Die Verpflichtungen der Zweigniederlassung sind die gleichen wie die der Muttergesellschaft, einschließlich der Einreichung von Umsatzsteuererklärungen, Mitarbeitererklärungen und Körperschaftssteuererklärungen - was bedeutet, dass Sie bei der Verwaltung einer Zweigniederlassung nur wenig Geld einsparen
  • Banken sowie Ihre Klienten bevorzugen es eventuell, mit einer britischen Firma anstatt einer ausländischen Zweigniederlassung zu handeln
  • Für umfangreiche Projekte ist eine Zweigniederlassung selten das ideale Medium, da die Muttergesellschaft das gesamte Risiko eingeht
  • Nach der Eintragung der Zweigniederlassung müssen Belege der legalen Existenz der Muttergesellschaft vorgelegt werden
  • Jegliche öffentliche Handlung der Zweigniederlassung wird voraussichtlich eine Ratifizierung des Vorstands der ausländischen Muttergesellschaft benötigen.

Im Bezug auf administrative Vereinfachung sollten Sie Ihre Firma, wenn diese regelmäßig vor einem Notar Verträge unterzeichnen soll, neu gründen anstatt eine Zweigniederlassung zu eröffnen.

Die Vorteile sind:

  • Geringere Vorlegungspflicht von Geschäftsbüchern als bei einer Gesellschaft selbst

Eigenschaften einer Zweigniederlassung in Großbritannien

In der Regel ist eine Zweigniederlassung ein angemessenes Medium für Projekte mit geringem Risiko. Für umfangreiche Projekte ist sie jedoch nicht ideal, da sich die Aktivitäten der Muttergesellschaft und Zweigniederlassung nicht unterscheiden - die Muttergesellschaft haftet somit vollständig für die Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung.

Aus steuerlicher Sicht sind Zweigniederlassungen dauerhafte Betriebsstätten von ausländischen Firmen, und eine Zweigniederlassung in Großbritannien ist keine eigene rechtsgültige Firma, oder separat von ihrer Muttergesellschaft.

Die Zweigniederlassung muss den selben Namen haben wie die Muttergesellschaft.

Die Zweigniederlassung einer ausländischen Firma muss eine ansässige Person oder ein ansässiges Unternehmen berufen, um sie bei Verhandlungen mit den Finanzbehörden zu vertreten. Die Stellvertreter der Zweigniederlassung können für die Steuerschulden der dauerhaften Betriebsstätten ausländischer Firmen, die sie vertreten, gesamtschuldnerisch haftbar gemacht werden.

Um eine Zweigniederlassung einzutragen, müssen Belege der Existenz der Muttergesellschaft vorgelegt werden, sowie beglaubigte Kopien der Satzung oder Statuen, der Namen der Geschäftsführer, des Stammkapitals, des Firmensitzes und der Namen der Vertreter, die für Sie handeln werden.

Zudem müssen verschiedene Dokumente übersetzt werden, einschließlich:

  • der Eintragungsbescheinigung der Muttergesellschaft
  • der Gesellschaftssatzung Ihrer Firma
  • Namen der Geschäftsführer und Sekretäre der Firma

Nach der Eintragung Ihrer Zweigniederlassung

Sämtliches Firmenbriefpapier, Bestellformulare und ähnliche Unterlagen, die Ihre Zweigniederlassung verwendet, müssen das folgende aufzeigen:

  • Eintragungsort der Muttergesellschaft
  • Kennzahl, unter der sie eingetragen ist
  • Die rechtliche Bezeichnung der Firma
  • Die Adresse ihres Firmensitzes
  • Eintragungsort der Zweigniederlassung sowie ihre Kennzahl

Zudem müssen die folgenden Angaben bei der Zweigniederlassung angezeigt werden:

  • Firmenname
  • Der Name des Landes, in dem die Firma gegründet wurde
  • dass die Muttergesellschaft der Zweigniederlassung beschränkt haftet

Welche finanziellen Angaben müssen von ausländischen, in Großbritannien gemeldeten Firmen an das Companies House gesendet werden?

Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen, deren Muttergesellschaftsgesetz die Veröffentlichung von geprüften Geschäftsbüchern voraussetzt, müssen eine Kopie dieser geschäftsbücher zusammen mit einer beglaubigten Übersetzung (falls notwendig) innerhalb von drei Monaten nach der öffentlichen Bekanntgabe vorlegen. Dies trifft auf alle Firmen aus allen Mitgliedstaaten des europäischen Wirtschaftsraums (EWR) zu, auch dann, wenn eine Firma als "Kleinunternehmen" eingestuft wird und somit berechtigt ist, abgeänderte oder sogar ungeprüfte Geschäftsbücher vorzulegen.

Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen, deren Muttergesellschaftsgesetz die Veröffentlichung von geprüften Geschäftsbüchern nicht voraussetzt, müssen innerhalb von 13 Monaten nach dem Stichtag für die Buchhaltung der Firma dem Companies Act entsprechende Geschäftsbücher ans Companies House senden. Diese Geschäftsbücher müssen sich auf die Firma, und nicht lediglich auf die Zweigniederlassung, beziehen.

Alle ausländische Firmen müssen Geschäftsbücher einreichen ohne Ausnahmen. Die Geschäftsbücher müssen sich auf die gesamte Firma beziehen und nicht nur auf den Teil der Firma, der in Großbritannien tätig ist.